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Migräne im Alter - Erlösung oder Warnsignal?

Der typische starke Migränekopfschmerz beginnt vor dem 20. Lebensjahr und begleitet die Betroffenen meist bis ins hohe Alter. Allerdings lässt die Häufigkeit zwischen 40 und 50 nach. Dabei verändern sich auch die Symptome, so dass Migräne im Alter häufig falsch diagnostiziert und behandelt wird. Darauf weist die Stiftung Kopfschmerz in Marburg hin.

Veränderte Migränesymptome im AlterIn jungen Jahren ist der Migräneschmerz meist einseitig, pochend-pulsierend und verschlimmert sich bei Anstrengung. Mit zunehmendem Alter werden diese charakteristischen Symptome schwächer. „Es ist möglich, dass ältere Betroffene Migräne haben, aber kaum oder gar keine Kopfschmerzen. Stattdessen zeigen Ältere häufiger eine Aura, also Seh-, Geruchs- oder Spachstörungen ohne die typischen nachfolgenden Kopfschmerzen“, erläutert Dr. med. Jan-Peter Jansen, Schmerztherapeut und Beirat der Stiftung Kopfschmerz in Marburg. „Tritt eine Aura im Alter neu auf, muss der behandelnde Arzt durch gezielte Diagnose sicher gehen, dass es sich nicht um einen Schlaganfall oder die Folge einer anderen Erkrankung handelt“, fordert Jansen. Warum die Migräne mit zunehmendem Alter nachlässt, ist noch nicht bekannt. Eine mögliche Erklärung ist, dass die Überempfindlichkeit der Hirnrinde nachlässt und das Hormone als Auslöser, zumindest bei Frauen nach den Wechseljahren, wegfallen.

Schwieriger wird im Alter auch die Therapie der Migräne. Bei den Zulassungsstudien für Medikamente werden Menschen über 65 in der Regel gezielt ausgeschlossen. Es liegen also kaum verlässliche Studiendaten vor. Bei der Akuttherapie müssen altersbedingte Begleiterkrankungen berücksichtigt werden. Triptane zum Beispiel sind bei Durchblutungsstörungen nicht geeignet und die frei verkäuflichen nicht-steroidalen Antirheumatika wie ASS sollten bei eingeschränkter Nierenfunktion, erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko oder wegen Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich gemieden werden. Eine gute Beratung beim Arzt oder Apotheker wird mit zunehmendem Alter immer wichtiger.

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