Die Ursachen des Spannungskopfschmerzes

…sind leider nicht eindeutig bekannt. Bis heute ist noch nicht wissenschaftlich erforscht, welche inneren und äußeren Bedingungen den Kopfschmerz auslösen.  Experten sind der Meinung, dass folgende Faktoren dafür verantwortlich sein könnten:

  • Als mögliche Ursache wird oft eine erhöhte Anspannung der Kopf- und Halsmuskulatur gesehen. Muskuläre Verspannungen der Schulter- und Nackenmuskulatur lösen dann die Spannungskopfschmerzen aus. Dadurch kommt es zu einer zentralen Sensibilisierung für Schmerzreize - die Schmerzschwelle sinkt.
  • Ein weiteres Erklärungsmodell geht davon aus, dass bei Patienten, die an chronischen Kopfschmerzen leiden, die zentrale Schmerzschwelle erniedrigt ist. Normalerweise nicht schmerzhafte Impulse führen bei ihnen zu Kopfschmerzen.
  • Möglicherweise führen gestörte Schmerzkontrollmechanismen dazu, dass Kopfschmerzen entstehen.
  • Aufgrund der Tatsache, dass ein Teil der Patienten vermehrt Spannungskopfschmerzen entwickelt, wenn sie unter Stress stehen, gehen Experten davon aus, dass emotionale Belastungen den Schmerz auslösen können.
  • Bei der Entstehung des Spannungskopfschmerzes nimmt man an, dass familiäre Vorbelastung eine Teilrolle spielt. Da Muskelverspannungen häufig im Zusammenhang mit Spannungskopschmerzen beobachtet werden, können auch sie ein ursächlicher Faktor sein.

Ebenfalls eine Erklärung, wie Spannungskopschmerzen entstehen, ist die Theorie von der Störung des körpereigenen Schmerzabwehrsystems: Der Mensch hat einen "Schmerzfilter" im Gehirn. Dieser bestimmt, welche und wieviele Informationen über Schmerzen zum Gehirn gelangen, um dort wahrgenommen zu werden. Der Schmerzfilter seinerseits wird über körpereigene Botenstoffe gesteuert. Serotonin ist dabei ein besonders wichtiger Botenstoff. Ist ausreichend davon vorhanden, ist das Schmerzempfinden normal. Mangelt es an Serotonin, wird die Schmerzschwelle gesenkt und man nimmt Schmerzen schneller wahr.

Ein Beispiel:

richtige Haltung

Durch stundenlanges Sitzen in einer falschen Haltung verkrampft sich die Nackenmuskulatur. Ans Gehirn werden jetzt ständig Schmerzimpulse gesendet. Allerdings sind diese so gering, dass der Schmerzfilter sie als unbedeutend zurückweist. Durch die ständige Inanspruchnahme des Filters werden jedoch die Botenstoffe, u. a. das Serotonin, aufgebraucht. Jetzt können die Schmerzimpulse ungehindert zum Gehirn gelangen und der Mensch empfindet Kopfschmerzen.

Serotoninmangel kann durch eine Vielzahl von Auslösern – falsche Haltung ist nur einer davon – hervorgerufen werden. Die Vermeidung der Auslösefaktoren ist die beste Vorbeugung.

Mögliche Auslösefaktoren sind:

  • psychosozialer Stress (Arbeit, Familie, Alltag)
  • Fehlhaltungen, Arbeiten in falscher Körperhaltung
  • Arbeiten bei schlechtem Licht
  • zu wenig Schlaf
  • zu hoher Nikotinverbrauch
  • Zähneknirschen, generell Störungen des Kauapparates
  • Überanstrengung der Augen durch schlechtes Licht beim Lesen oder durch eine fehlende Brille.