Kombiniert gegen Kopfschmerzen

Die Idee, verschiedene Wirkstoffe miteinander zu kombinieren, um eine bessere Wirkung zu erzielen, ist nicht neu. Bereits im Jahre 1893 wurde ein Kombinationspräparat gegen Kopfschmerzen entwickelt.

In ihren Empfehlungen zur Selbstmedikation von Spannungskopfschmerzen und Migräne empfiehlt die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) zwei Tabletten der fixen Kombination ASS (250 bis 265 mg) + Paracetamol (200 bis 265 mg) + Koffein (50 bis 65 mg).

Da ASS und Paracetamol unterschiedliche pharmakologische Wirkmechanismen besitzen, kommt es durch die Kombination dieser Wirkstoffe zu einer gegenseitigen Verstärkung der vorteilhaften Effekte.

Als Vorteile der Kombinationspräparate gegenüber Monopräparaten mit nur einer Wirksubstanz gelten heutzutage das breitere Wirkprofil, der schnellere Wirkungseintritt, die stärkere schmerzlindernde Wirkung und die bessere Verträglichkeit.

Eine immer wieder nachzulesende Behauptung ist, dass gerade Kombinationspräparate mit ASS, Paracetamol und Koffein ein besonderes Risiko für eine Nierenschädigung beinhalten sollen. Diese Befürchtung wurde durch das von der DMKG begutachtete wissenschaftliche Datenmaterial widerlegt. Auch die Meinung, dass Kombinationspräparate mit Koffein den Verbrauch von derartigen Schmerzmitteln erhöhen, konnte nicht belegt werden.

Quellen:

Diener, H. C. et al.: The fixed combination of acetylsalicylic acid, paracetamol and caffeine is more effective than single substances and dual combination for the treatment of headache: a multicentre, randomized, double-blind, single-dose, placebo-controlled parallel group study. Cephalalgia 25: 776–787, 2005.
Pageler, L. et al.: Clinical relevance of efficacy endpoints in OTC trials. Headache 2009 (doi: 10.1111/j.1526–4610.2008.0124).
Haag, G. et al: Selbstmedikation bei Migräne und beim Kopfschmerz vom Spannungstyp - Evidenzbasierte Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG), der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), der Österreichischen Kopfschmerzgesellschaft (ÖKSG) und der Schweizerischen Kopfwehgesellschaft (SKG). Nervenheilkunde 28: 382–397, 2009