Ist Migräne eine Familienkrankheit?

Die Ursachen für das Gewitter im Kopf sind noch nicht endgültig geklärt. Es zeichnen sich jedoch immer deutlicher verschiedene organische Prozesse mit einer erblichen Veranlagung für die Erkrankung ab. Schon seit dem 18. Jahrhundert ist bekannt, dass Migräne in manchen Familien gehäuft auftritt. Studien an eineiigen und zweieiigen Zwillingen haben ergeben, dass Erbfaktoren bei Frauen zwischen 50 und 60 Prozent, bei Männern zu etwa 40 Prozent für die Entstehung von Migräne verantwortlich sind. Auch ausgeprägte, vorübergehende Halbseitenlähmungen als Migräneaura kommen in bestimmten Familien gehäuft vor. Die Tatsache, dass die Vererbung bei der Migräne eine wichtige Rolle spielt, erklärt auch, warum die Krankheit selbst nicht heilbar ist. Es ist lediglich möglich, akute Migräneattacken zu behandeln und bei häufigen Attacken mit Hilfe von Medikamenten und nichtmedikamentösen Methoden vorzubeugen. Es ist möglich, dass das Gehirn von Betroffenen deshalb empfänglicher für Auslöser wie Stress, Hormonschwankungen oder bestimmte Nahrungsmittel ist. Durch elektrophysiologische Messungen fanden Wissenschaftler heraus, dass die Gehirnzellen von Migränikern besonders empfindlich auf bestimmte Reize reagieren und sich vor einer Reizüberflutung schlechter schützen können.

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