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Andere Kopfschmerzen

Clusterkopfschmerz

Eine seltene und äußerst schmerzhafte Form ist der Cluster-Kopfschmerz. Der Name deutet an, dass sich die typischen Anfälle zu bestimmten Zeiten häufen.

Mit einer Häufigkeit von 0,3 bis 0,8 Prozent ist diese Krankheit nicht sehr verbreitet. Überwiegend betroffen sind Männer zwischen 30 und 50 Jahren.

Dennoch verläuft sie häufig besonders dramatisch, denn es vergehen meist Jahre, bis die richtige Diagnose gestellt wird. Typisch ist ein stärkster Kopfschmerz, einseitig, meist hinter einem Auge lokalisiert, der einhergeht mit Verkleinerung des Auges, Nasenverstopfung auf der entsprechenden Seite und oft auch einer Rötung der Haut.

Näheres finden Sie unter www.clusterkopfschmerzen.de

Kopfschmerz nach Schädelverletzungen

Unfälle mit Verletzungen des Schädels gelten in der Regel als besonders kompliziert. Oberflächliche Wunden sowie innere Verletzungen können die starken Kopfschmerzen auslösen. Die Konsultation eines Arztes ist hier sicher immer angebracht. Je nach Verletzungsmuster können die Kopfschmerzen kurzzeitig als Warnsymptom auftreten oder über einen längeren Zeitraum anhalten. Manchmal überdauern die Kopfschmerzen auch die eigentliche Phase der Wundheilung; dann können daraus chronische Kopfschmerzen entstehen.

Kopfschmerz bei einer Infektion

"Fieber, Kopf - und Gliederschmerzen" - das sind Leitsymptome für einen grippalen Infekt. Hier hilft häufig nur eine beschwerdeorientierte Therapie und die umfassende Unterstützung des körpereigenen Abwehrsystems. Kopfschmerzen können aber auch ein Symptom für eine spezifische Infektion sein - zum Beispiel Sinusitis (Nasen-Nebenhöhlen-Entzündung), Infektionen mit Colibakterien (eine Infektion des Darmes) oder sogar eine Infektion mit dem AIDS-Erreger sein. Treten die heftigen Kopfschmerzen also erstmals oder im Zusammenhang mit anderen Symptomen auf, ist eine ärztliche Abklärung dringend erforderlich.

Schmerzmittelkopfschmerzen

Alle Kopfschmerzmittel, Monopräparate ebenso wie Kombinationspräparate, können selbst Kopfschmerzen verursachen, wenn sie missbräuchlich angewendet werden. Das bedeutet, die Einnahme erfolgt entweder zu oft, zu lange und/oder zu hochdosiert. Man spricht dann von Schmerzmittelkopfschmerzen. Um einen durch Schmerzmittel verursachten Kopfschmerz zu verhindern, hat die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft klare Empfehlungen erarbeitet. Danach sollten Kopfschmerz- und Migränemittel

  •     höchstens an zehn Tagen pro Monat und
  •     maximal drei Tage hintereinander eingenommen werden.

Das bedeutet, mindestens 20 Tage im Monat müssen frei von Schmerzmitteln sein, rezeptpflichtige Mittel eingerechnet. Dabei hilft es auch nicht, die Dosierungen zu verringern. Selbst bei einer niedrigeren Menge kann die tägliche Zufuhr dieser Präparate der Auslöser für neue Kopfschmerzen sein. Statt immer mehr Schmerzmittel einzunehmen, sollte bei andauernden Kopfschmerzen vom Arzt eine spezifische Therapie erarbeitet werden. Liegt ein Schmerzmittelkopfschmerz vor, sollte der notwendige Entzug, also das langsame Absetzen der Medikamente, nur von einem erfahrenen Arzt durchgeführt werden.

Kopfschmerz durch Substanzeinwirkung

Allergiebedingt können bestimmte Nahrungsmittel oder spezifische Nahrungsbestandteile wie Glutamat Kopfschmerzen auslösen. Die sicherlich bekannteste Kopfschmerz auslösende Substanz ist der Alkohol. Die Folgen einer durchzechten Nacht sind den meisten von uns unter dem Begriff "Kater" bekannt. Dabei kommt es durch die Wirkung des Alkohols zu einer verstärkten Harnproduktion der Niere und einem erhöhten Verlust an Elektrolyten (Körpersalzen). Deshalb kommt es am Folgetag zu den bekannten Durstattacken und dem Appetit auf stark gewürzte "Muntermacher", wie den Salzhering. Aber auch durch die regelmäßige Einnahme von Kopfschmerztabletten können selbst Kopfschmerzen ausgelöst werden. Mediziner sprechen dann vom medikamenteninduzierten Kopfschmerz. Der Mechanismus ist noch unklar, aber die häufige (meist tägliche) und nicht sachgerechte Anwendung von Kopfschmerzmedikamenten kann zu dieser Erkrankung führen. Die einzige Hilfe besteht hier in der ärztlich begleiteten Absetzbehandlung nach einem individuell zu vereinbarenden Schema.

Kopfschmerz als Symptom

Bei dieser Form ist der Kopfschmerz ein Warnsymptom, d.h. er weist auf eine bestimmte Erkrankung hin. Eine besonders typische und unangenehme Form sind in das Gesicht ausstrahlende Zahnschmerzen. Aber auch bei Erkrankungen der Augen (z.B. Fehlsichtigkeit) kann es zum Auftreten von hartnäckigen Kopfschmerzen kommen. Zur Diagnose dieser Kopfschmerzform ist ein Arztbesuch unerlässlich. Ihr Hausarzt wird wahrscheinlich andere Fachärzte in die Diagnostik einbeziehen.

Kopfschmerzen beim Sex

Zu Beginn des Liebesspiels setzt ein dumpfer Druck im ganzen Kopf ein. Mit zunehmender Erregung wird dieser immer stärker und erreicht beim Orgasmus seine größte Intensität. Die Ursachen sind trotz sorgfältiger Untersuchungen nicht bekannt. Man nimmt jedoch einen Zusammenhang mit dem beim Liebesakt erhöhten Blutdruck oder den dabei auftretenden Muskelverspannungen an. Männer leiden etwa dreimal so häufig unter Kopfschmerzen beim Sex wie Frauen.

Seltene(re) Kopfschmerzformen

  • benigner Hustenkopfschmerz: Dauert weniger als 60 Sekunden; meist beidseitig vorhanden mit einem Schwerpunkt am Hinterkopf.
  • benigner Anstrengungskopfschmerz: In Verbindung mit (starker) körperlicher Anstrengung auftretender, beidseitiger pochender Kopfschmerz, der fakultativ von vegetativen Symptomen begleitet ist (Übelkeit, Erbrechen), kann bis zu 24 Stunden andauern.
  • Dialysekopfschmerz: Tritt während bzw. nach einer Dialysebehandlung auf und ist gut mit Paracetamol zu therapieren.
  • Hemicrania continua beschreibt einen dauerhaften, halbseitigen Kopfschmerz, der gut auf Indometacin und Acetylsalicylsäure reagiert.
  • Kältekopfschmerz/„Ice-Cream Headache“ wird durch einen Kältereiz am Gaumen ausgelöst und ist ein meist temporal lokalisierter Kopfschmerz von 20 bis 30 Sekunden Dauer. Umgangssprachlich „Hirnfrost“ genannt.
  • Postpunktioneller Kopfschmerz: Meist lageabhängiger Kopfschmerz am Hinterkopf und/oder Stirn der 24 bis 48 Stunden nach einer Liquorpunktion auftritt.
  • Dissektion extra- und intrakranieller Gefäße: Kopfschmerzen, die eine für das dissezierte Gefäß charakteristische Lokalisation haben:
    • innere Halsschlagader: temporal und am Hals einseitig;
    • Wirbelkörperarterie: am Hinterkopf, Rückseite des Halses;
    • Hirnstammarterie: ringförmig um den gesamten Schädel ziehend.

Dissektionen (Aufspaltung arterieller Gefäßwandschichten) bedürfen der sofortigen neurologischen Abklärung. Chirotherapie (Einrenken) darf bei Verdacht auf eine Dissektion nicht durchgeführt werden.