Kopfschmerzformen:

22,5 Millionen Deutsche leiden regelmäßig unter Kopfschmerzen.

Bei den chronischen Formen sind die Migräne und der Spannungskopfschmerz am häufigsten.
Kinder bleiben davon nicht verschont. Schon Sechsjährige kenne die Qualen des Kopfschmerz.

Je genauer ein Betroffener sein Beschwerdebild kennt, desto leichter fällt die Diagnose und es wird klarer, was dem eigenen Kopf gut tut und was vermieden werden sollte.
Wir möchten Ihnen einige kurze Informationen zu den beiden oben erwähnten Formen geben:

  • Spannungskopfschmerz

    Wer ist betroffen?
    Ein Drittel der Deutschen leidet gelegentlich darunter

    Häufigkeit und Dauer:
    Weniger (episodisch) 15 Tage im Monat oder mehr (chronisch) 180 Tage im Jahr; jeweils Minuten bis Tage

    Schmerzcharakter:
    Dumpfer, beidseitiger, drückender, ziehender Schmerz. Manchmal Kältegefühl, Schwindel.
    Keine Verstärkung bei körperlichen Aktivitäten. An frischer Luft läßt der Schmerz oft nach.

    Begleitsymptome:
    Gelegentlich Schmerzempfindlichkeit der Nackenmuskulatur.

    Auslösende Faktoren:
    Streßsituationen, Konflikte, Lärm, Sauerstoffmangel, Wetterwechsel

    Wie kann man vorbeugen?
    Viel Bewegung an frischer Luft. Achten auf die richtige Sitzhaltung. Alle Arten von Entspannungstechniken z.B. autogenes Training, Yoga.

    Was läßt sich bei einem Anfall tun? Oft hilft: Bettruhe, Entspannungsübungen, Pfefferminzöl auf die Schläfen, kalte Umschläge auf die Stirn, warmes Bad, evtl. Kopfschmerzmittel: Nicht mehr als 5 - 10 Tabletten pro Monat ohne ärztliche Kontrolle


    Migräne

    Wer ist betroffen?
    Jeder zehnte Deutsche leidet unter Migräne. Frauen 2 bis 3 mal häufiger als Männer

    Wir unterscheiden hier zwei Formen der Migräne:
    Migräne ohne Aura und Migräne mit Aura


    Migräne ohne Aura

    Häufigkeit und Dauer:
    Migräne variiert von selten bis zu 10 Attacken im Monat; 4 - 72 Stunden; Kinder: 2 - 48 Stunden

    Schmerzcharakter:
    In der Regel einseitiger, pulsierender Schmerz. Seite kann von Attacke zu Attacke wechseln.
    Schmerz verstärkt sich bei körperlichen Aktivitäten (wichtigste Unterscheidung zum Spannungskopfschmerz)

    Begleitsymptome: Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Übelkeit und/oder Erbrechen


    Migräne mit Aura

    Aura - Symptome:
    Augenflimmern, Sehausfälle, Kribbeln, Taubheitsgefühle, Sprachstörungen, Zickzacklinien

    Häufigkeit und Dauer:
    Aurasymptome 5 - 60 Minuten, üblicherweise direkt vor den Kopfschmerzen, ansonsten wie oben

    Auslösende Faktoren:
    Körperlich/physischer Streß, Nachlassen von Streß - Wochenende, Änderungen im Schlaf-Wach-Rythmus, Änderungen der Eßgewohnheiten (Hunger), Zeitverschiebungen, Witterungseinflüsse, bestimmte Nahrungsmittel (Käse, Süßigkeiten, Schokolade (Haha - und was ist, wenn der Heißhunger auf Süßes ein erstes Symptom ist ?!?!?), Kakao), Nahrungsmittelbestandteile (Natriumglutamat -Geschmacksverstärker in chinesischen Gerichten, Nitrat als Bestandteil vom Pökelsalz), Kaffee, Tee, Cola, Alkohol (Rotwein, Sekt), Nikotin
    Hinweis: Meist sind die Auslöser individuell nicht zu ermitteln, denn es handelt sich oft um ein Bündel stets wechselnder Faktoren.

    Vorboten, bis zu einem Tag vorher, können sein (gilt für beide Formen):
    Gähnen, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen (Euphorie, Depression,Reizbarkeit), Verlangen nach bestimmten Speisen, Empfindlichkeit für Licht, Geräusche, Berührungen und Gerüche.

    Wie kann man vorbeugen?
    Individuelle Auslöser meiden, Kopfschmerztagebuch führen, regelmäßigen Tagesablauf beibehalten (Schlaf-, Wachrythmus, Mahlzeiten auch am Wochenende), regelmäßig Sport und Entspannungsübungen um Streß abzubauen, Vermeidung von Reizüberflutung, evtl. mit Medikamenten

    Was läßt sich bei einem Anfall tun?
    Verschriebene Medikamente frühzeitig einnehmen, dunkler, ruhiger Raum, Akupressur der Schläfen, kühle Umschläge

    Clusterkopfschmerz

    Mit einer Häufigkeit von 0,3 - 0,8 Prozent ist diese Krankheit nicht sehr verbreitet. Dennoch verläuft sie häufig besonders dramatisch, denn es vergehen meist Jahre, bis die richtige Diagnose gestellt wird. Typisch ist ein stärkster Kopfschmerz, einseitig, meist hinter einem Auge lokalisiert, der einhergeht mit Verkleinerung des Auges, Nasenverstopfung auf der entsprechenden Seite und oft auch einer Rötung der Haut.
    Näheres finden Sie unter www.clusterkopfschmerzen.de !

Die zehn Gebote für Kopfschmerzpatienten

  1. Vermeiden Sie die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln. Nur so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich, bis sie ganz darauf verzichten können.
  2. Versuchen Sie die Auslöser Ihrer Kopfschmerzen ausfindig zu machen und tunlichst zu vermeiden.
  3. Achten Sie auf regelmäßige Essenszeiten und meiden Sie jedes Zuviel an Fett, Süßigkeiten, Alkohol und Nikotin.
  4. Behalten Sie einen regelmäßigen Schlaf-/Wachrythmus bei, auch am Wochenende.
  5. Treiben sie regelmäßig Ausdauersport und Entspannungstraining.
  6. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen; lernen Sie, auch mal NEIN zu sagen.
  7. Setzen sie sich selbst auch nicht unter Druck. Wenn es Ihnen zu viel wird, lassen Sie auch mal "fünfe gerade sein".
  8. Gönnen sie sich öfter mal etwas Gutes. Ein Theaterbesuch, ein Abend mit guten Freunden oder ein spontaner Kurzurlaub können Wunder wirken.
  9. Vermeiden Sie starke Aufregungen wie Streitgespräche und aufwühlende Filme oder Fernsehsendungen.
  10. Haben Sie Geduld. Behandlungserfolge brauchen Zeit, manchmal Monate.
    Führen Sie ein Schmerztagebuch zur Kontrolle.