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Migräne

Auch die Migräne kann grundsätzlich in jedem Alter beginnen.

Meist liegt die erste Attacke zwischen dem 10. und 20. Lebensjahr. Bis zum Alter von 40 Jahren haben neun von zehn Migränepatienten ihre erste Attacke bereits erlebt. Neuerkrankungen in der zweiten Lebenshälfte sind eher selten. In diesem Fall sollte der Arzt aufgesucht werden, weil andere, möglicherweise schwere Krankheiten Auslöser dafür sein können.

Über kaum eine andere Krankheit bestehen so viele ungerechtfertigte Vorurteile wie über Migräne. Eigentlich sei sie nur ein Zipperlein und eine Ausrede, um sich vor unangenehmen Arbeiten zu drücken. Ein derartiges Denken ist den Betroffenen gegenüber ungerecht. Migräne-Patienten leiden in der Regel unter anfallartigen, starken und typischerweise auf eine Kopfhälfte begrenzte Schmerzen. Bei einem Drittel der Betroffenen verteilen sich die Schmerzen allerdings auch über den ganzen Kopf. Der Schmerz hat einen pulsierenden Charakter und verstärkt sich bei körperlicher Anstrengung. Während einer Migräneattacke steigert sich häufig die Licht- und Lärmempfindlichkeit. Übelkeit und Erbrechen begleiten dabei zum Teil die Kopfschmerzen. Alltägliches wird den Betroffenen zur Qual. Etwa jeder zehnte Patient sieht, kurz bevor die Kopfschmerzen einsetzen, einen farbigen Fleck mit gezackten Rändern: die Migräneaura. Sie dauert zumeist zwischen fünf und dreißig Minuten. Eine Migräne kann sich außerdem durch Prodrome (Vorläufer) ankündigen. Typische Prodrome sind erhöhte Reizbarkeit, Müdigkeit, vermehrtes Gähnen, eine erhöhte Geruchsempfindlichkeit und Geschmacksveränderungen. Sie setzen Stunden oder sogar Tage vor einer Migräneattacke ein. Nicht zwingend muss aber eine Migräne folgen. Die genauen organischen Prozesse, die während einer Migräneattacke ablaufen, sind noch nicht bekannt. Möglicherweise spielen vorübergehende Veränderungen in der Weite der Blutgefäße, Hormonschwankungen oder gestörte Funktionen von Nervenzentren eine Rolle. Besser untersucht sind dagegen Substanzen und Bedingungen, die eine Attacke auslösen können. Diese Auslöser (Trigger) darf man aber nicht mit den Ursachen der Migräne verwechseln. Typische Trigger sind beruflicher und privater Stress, Hormonschwankungen während der Periode und in den Wechseljahren, manche Inhaltsstoffe bestimmter Nahrungsmittel wie in Rotwein, Käse, Zitrusfrüchten und Schokolade, unregelmäßiger Schlafrhythmus, Flackerlicht, Lärm, verqualmte Räume oder Wetterwechsel.

Meist genügt ein Trigger allein nicht, um eine Migräneattacke auszulösen. Aber: Je mehr Trigger gleichzeitig zusammen kommen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit eines Anfalls.